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Am 6. Mai findet das alljährliche Grillfest vor der Kreuzauer Sporthalle statt!

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Geschichte und Entwicklung

Die ersten 100 Jahre …

 

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Jubiläum Jugendausschuß
Vereinsfahne


Abteilungen des TurnClubs im Jubiläumsjahr 1989

- Turnen - Volleyball
- Gymnastik - Handball
- Schwimmen - Leichtathletik
- Ju-Jutsu - Badminton

 

 

Auszug aus der Festschrift zum 100jährigen Vereinsjubiläum des TurnClub 1889 Kreuzau e.V.

1989 ist fürwahr ein geschichtsträchtiges Jahr:

2000 Jahre Bundeshauptstadt Bonn,

200 Jahre seit der Französischen Revolution,

75 Jahre seit dem Ausbruch des Ersten und

50 Jahre seit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges,

40 Jahre Bundesrepublik Deutschland und 40 Jahre DDR,

aber auch: 100 Jahre Turnclub Kreuzau.


Schon aus den letzten vier Zahlen geht hervor, welch bewegte Geschichte der Verein und viele seiner Mitglieder erlebt haben: Zeiten mit allen Höhen und Tiefen, der Umstürze, Revolutionen und Kriege, der Verschiebung der Wertvorstellungen und Wertbegriffe bis zum totalen Chaos 1945. Der Verein erlebte die Kaiserzeit und deren Ende mit dem Ersten Weltkriege, die Weimarer Zeit, das „tausendjährige“ Reich, die bittere Nachkriegszeit mit der Teilung Deutschlands, den Aufbau der Bundesrepublik Deutschland.


Zurück zur Gründerzeit: Das Drei-Kaiser-Jahr 1888 war soeben vorbei, Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser, hatte gerade den Thron bestiegen und die nationale Begeisterung war groß. Diese Begeisterung hatte auch die Turnen erfasst. So sagt „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn in seiner Deutschen Turnkunst: „Ziel des Turnens ist, der deutschen Jugend leibliche Tüchtigkeit zu verschaffen und sie auch sittlich zu heben, sie zu kräftigen Verteidigern des Vaterlandes zu machen.“


Landauf landab kam es zur Gründung von Turn- und Sportvereinen. Natürlich ging diese Begeisterung an Kreuzau nicht vorbei. So kam es im Jahre 1889 unter der Regie von Konrad Schall zur Gründung des Turnclubs, des ersten sporttreibenden Vereins in Kreuzau überhaupt. Dies war für die damaligen Verhältnisse ein besonderes Ereignis für ein Dorf mit knapp 2000 Einwohnern. Die Kreuzauer lebten zu jener Zeit von Land- und Forstwirtschaft, ihrem Handwerk und Handel. Vor allem aber wurde Papier gemacht und bald auch Bier. Sehr, sehr viel wurde gearbeitet, in der Regel 12 Stunden am Tage, und das auch samstags; verdient wurde wenig: Spitzenlohn war 3 Goldmark pro Tag. Man bezahlte für einen weißen Korn 5 Pfennig, für ein Bier einen Groschen, ein Haus kostete rund 1000 Goldmark.


Von dem verdienten Gelde konnte die arbeitende Bevölkerung, und dazu zählte die Mehrheit des Dorfes, die große Kinderschar nicht ernähren. Zehn und mehr Kinder pro Familie waren keine Seltenheit. So gab es Milch, Käse und Butter von den eigenen Ziegen; Obst und Gemüse, vor allem Kartoffeln, lieferte der eigene Garten, Brot wurde selber gebacken, Brennholz gab´s im nahegelegenen Wald; ein ganzer Hering pro Mahlzeit wurde als Luxus bezeichnet.


Zu dieser Zeit gründete Konrad Schall mit einigen turnbegeisterten Kreuzauer jungen Männern den Turnclub. Und das kam nicht von ungefähr, war er doch langjähriges aktives Mitglied im Dürener Turnverein 1847. Konrad Schall war nicht nur der Gründer des organisierten Kreuzauer Sports, er war auch die Triebfeder für den ersten Sportstättenbau in der Gemeinde. Hierfür saß er als Mitglied des Gemeinderates Kreuzau an der richtigen Stelle. Er wird mit Recht „Kreuzauer Sportvater“ genannt. Er bewies jedoch auch in anderer Hinsicht Weitblick. Hierfür noch ein Beispiel aus der Kreuzauer Dorfgeschichte: Seit dem Jahre 1887 setzte sich der Gemeinderat nachhaltig für den Ausbau der Eisenbahnstrecke Düren-Heimbach ein. Es wurde beschlossen, 24 ar Gemeindeland und 5000 Goldmark für den ersten Bauabschnitt bis Kreuzau zur Verfügung zu stellen. Da der genannte Betrag nicht diszombel – so wörtlich – war, wurde im Gründungsjahr des Turnclubs 1889 am 5. November beschlossen, denselben durch Anleihe zu beschaffen und bis zum Jahre 1920, nachdem die auf der Gemeinde lastenden Schulhausbauschulden vollständig abgetragen, zu amortisieren. So konnte der erste Bauabschnitt bis Kreuzau im Jahre 1892 fertiggestellt werden; im Jahre 1903 schließlich konnte der Eifelexpress bis Heimbach fahren. Diese Tatsache ist besonders im Jubeljahre 1989 interessant, da die Strecke, die über viele Jahrzehnte besonders bei den Turnern sehr beliebt war und als erste Etappe für die alljährlich am Himmelfahrtstag durchgeführte Götzwanderung diente, von der Stilllegung bedroht ist.


Von 1989 zurück ins Gründerjahr 1889. Geturnt wurde damals im Saal der Gaststätte Peter Vieth, die auch als Vereinslokal bestimmt wurde (später „Zur Krone“, heute „Il Padrino“). Über viele Jahrzehnte wurde in diesem Saal am 2. Weihnachtstag auch das Schauturnen mit Tanzvergnügen durchgeführt, eine der beliebtesten Veranstaltungen schlechthin und von den Kreuzauern „Stephánes“ genannt nach St. Stephanus, dessen Patrozinium bekanntlich an diesem Tage gefeiert wird. Die sportliche Betätigung bestand damals vorwiegend aus volkstümlichem Turnen, Geräteturnen und Ballspielen. Als „Sportplatz“ diente die an der Gaststätte angrenzende Wiese.


Vorsitzender des neugegründeten Vereins wurde natürlich Konrad Schall. Unterstützt wurde er durch den ebenfalls sportbegeisterten Kreuzauer Bürger Johann Uerlings, der jahrelang das Amt des 2. Vorsitzenden bekleidete. Erster Übungsleiter war Johann Küpper. Er wurde im Jahre 1893 durch Johann Bosshammer abgelöst, der damals 1. Turnwart wurde. Vorturner waren damals Heinrich Hammes, Christoph Salentin, Matthias Sistig und Josef Schlack. Im Jahre 1902 wurde Johann Blatzheim 2. Turnwart. Eine weitere Stütze für den 1. Turnwart war erforderlich, fand doch in diesem Jahre das erste Gauturnfest in Kreuzau statt, eine Veranstaltung, an der das ganze Dorf regen Anteil nahm. Es wurde abgehalten im Saale Vieth und in einem auf der angrenzenden Wiese errichteten Zelt. Zu den auswärtigen Veranstaltungen fuhren die Kreuzauer Turnen übrigens mit Pferdewagen, die von Landwirten oder Fuhrunternehmern des Dorfes zur Verfügung gestellt wurden.


Auf der erwähnten Vieth´schen Wiese wurde damals bereits von den Turnern Fußball gespielt. Dies führte im Jahre 1905 zur Gründung des „Ballspielvereins Germania Kreuzau“, Vorgänger des heutigen Kreuzauer Sportclubs 05 e.V. Der zweite Sportverein wurde ebenfalls von jungen Turnern in der Gaststätte Vieth gegründet. Das bedeutete zwar zunächst eine Belebung des Kreuzauer Sports, bald jedoch kam wieder der Wunsch auf, die gesamte Sportjugend der Gemeinde in einem großen Sportverein zusammenzuschließen. So kam es im Jahre 1908 hauptsächlich wieder auf Initiative von Konrad Schall zum Zusammenschluss der beiden Vereine. Der neue Verein nannte sich Turn- und Spielclub Kreuzau. Vorsitzender wurde natürlich Konrad Schall. Seine Idee war jedoch noch eine andere. Er war, wie bereits ausgeführt, ein Mann von Weitblick. Durch die Fusion der beiden Vereine zum TUS Kreuzau wollte er nicht nur die sportliche Aktivität intensivieren, er wollte auch eine breitere Basis für sein Verlangen nach dem Bau von wettkampfgerechten Sportstätten in Kreuzau haben. Seine Idee konnte bald Wirklichkeit werden. Schon im Jahre 1912 wurde die von der Gemeinde Kreuzau auf dem Rurgelände an der Straße zwischen Kreuzau und Winden (Gelände des jetzigen Sportzentrums) errichtete Turnhalle mit Freibad und Badeanstalt feierlich eingeweiht. Ein Fußballfeld mit Laufbahn war ebenfalls vorhanden. Die Schaffung einer solchen Anlage war für eine Landgemeinde der geschilderten Größe in der damaligen Zeit einmalig im Kreise Düren und darüber hinaus. Allen Turnen, Ballspielern und Schwimmern stand nun eine ideale Übungsstätte zur Verfügung. Unterstützt in seinem Bestreben nach dem Bau dieser Anlage wurde Konrad Schall von dem begeisterten Anhänger und Förderer des Sports Wilhelm Hoffmann, Bürgermeister der Gemeinde Kreuzau von 1900 bis 1945.


Die neue Anlage verfehlte nicht ihren Zweck. Im Jahre 1912 errangen die Fußballer des TUS Kreuzau auf einem Turnier in Opladen die Berechtigung zur Teilnahme an der Deutschen Fußballmeisterschaft innerhalb der Deutschen Turnerschaft in Leipzig. Von dieser Berechtigung konnte leider kein Gebrauch gemacht werden, weil die Unkosten von insgesamt rund 500 Mark weder vom Verein noch vom Gau aufgebracht werden konnten. 1913 wurde das zweite Gauturnfest in Kreuzau durchgeführt. Dank der guten Sportstätten und der vorbildlichen Ausrichtung durch den gastgebenden Verein wurde auch diese Veranstaltung zu einem glanzvollen sportlichen Ereignis.


Doch bald sollte der Glanz weichen. Am 1.8.1914 brach der Erste Weltkrieg aus. In diesem Jahre sollte der Verein eigentlich sein 25jähriges Bestehen feiern. Anstatt zu feiern, mussten viele junge Sportler in den Krieg. Im Jahre 1916 kam der gesamte Sportbetrieb im Verein zum Erliegen. Als der Krieg im Jahre 1918 zu Ende war, kehrten 35 Mitglieder des Turn- und Spielclubs Kreuzau nicht zurück, sie waren entweder gefallen oder vermisst. Dennoch wurde der Sportbetrieb wieder aufgenommen. Nachdem die ersten Anfänge gemacht waren, trat Konrad Schall als erster Vorsitzender zurück. Sein Nachfolger wurde Johann Schlack. Er hatte in seiner Amtszeit mit Schwierigkeiten eigener Art zu kämpfen. Wurden doch in den Jahren 1918/19 die Sportanlagen von den Besatzungstruppen, Engländern und Franzosen, beschlagnahmt. In dieser Zeit wurden auf den Wiesen zwischen Bahnhofs- und Feldstraße zwei neue Sportplätze gebaut, einen für den Verein und einen zusätzlich für die Besatzungstruppen.


Im Jahre 1922 wurde Heinrich Mayntz zum Vorsitzenden gewählt. Er behielt dieses Amt bis 1924. In seine Amtszeit fielen besondere finanzielle Schwierigkeiten. Es war die Zeit der Inflation. Im Oktober 1923 betrug das Porto für einen Brief 20 Milliarden Mark. Eine Schachtel Zündhölzer kostete 2,5 Milliarden Mark. Der Geldwert verfiel von einem Tag auf den anderen, bis mit der Ausgabe der Rentenmark am 15. November 1923 wieder stabile Verhältnisse einkehrten.


Es gab auch Schwierigkeiten auf dem sportlichen Sektor. Im Jahre 1923 entstanden Differenzen zwischen dem Deutschen Turnerbund und dem Deutschen Fußballbund. Diese schlugen bis unten durch und brachten Reibereien im Sport- und Spielbetrieb mit sich. Auf der Mitgliederversammlung des Turn- und Spielclubs am 13.1.1924 wurde die Trennung zwischen Turnern und Fußballern beschlossen. Der Fußballverein führte den Namen „Ballspielclub 05“, der Turnverein nahm die ursprüngliche Bezeichnung „Turnclub 1889 Kreuzau“ wieder an. Zum 1. Vorsitzenden wählte man Peter Neumann. Der Gründer des Turnclubs, Konrad Schall, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.


In diese Zeit fällt auch die Gründung der ersten Schwimmabteilung unter Leitung von Toni Roer und des Schwimmvereins, der es im Wasserball zu beachtlichen Leistungen brachte. Der Schwimmsport wurde damals durch die beiden Bademeister Matthias Pützfeld und Josef Kirfel wesentlich gefördert. Gegen Ende der 20er Jahre gab der Schwimmverein seine Selbständigkeit auf und schloss sich als Schwimmabteilung dem Turnclub an.


Im Jahre 1929 schied Peter Neumann als 1. Vorsitzender aus. Sein Nachfolger wurde Josef Imdahl.


In den Jahren 1929/30 entstand in der Gemeinde Kreuzau durch die großzügige Stiftung des Professors Dr. Kurt Hoesch eine zweite Sportanlage von Format: Ein Stadion mit Clubhaus, Tribüne und 400-Meter-Bahn: Die Kurt-Hoesch-Kampfbahn. Das für die Anlage erforderliche Gelände wurde von ihm und der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Am 6.7.1930 fand die feierliche Einweihung statt. Nicht nur die Sportler, sondern die ganze Gemeinde nahm an diesem Ereignis freudigen Anteil.


Professor Hoesch bemühte sich nach der Fertigstellung der Kampfbahn um den erneuten Zusammenschluss aller Sportler der Gemeinde. Die neue Kampfbahn, so war sein Wunsch, sollte der gesamten Kreuzauer Sportjugend, organisiert in einem Verein, zur Verfügung stehen. Seine Bemühungen hatten bald Erfolg. Der Ballspielclub 05 und der Turnclub 1889 fanden sich zunächst zu einer Interessengemeinschaft zusammen.


Auf einer Versammlung im Frühjahr 1930 wurde erneut die Fusion der beiden Vereine beschlossen. Der neue Verein nannte sich wiederum Sport- und Spielclub Kreuzau. Zum neuen Vorsitzenden wurde einstimmig Professor Dr. Kurt Hoesch gewählt.


Der bisherige 1. Vorsitzende des Turnclubs wurde auf dieser Versammlung zum Beisitzer und Leiter der Turnabteilung gewählt.


Im Jahre 1932 verstarb Professor Dr. Hoesch, sein Nachfolger als 1. Vorsitzender wurde Karl Kraus.


Das Jahr 1933, Beginn des „Tausendjährigen“ Reiches, brachte auch für die Sportler, ihre Vereine und Verbände eine Umstellung mit sich. Sie wurden im „Reichsbund für Leibesübung“ zusammengeschlossen und damit gleichgeschaltet. 1934 mussten sich Fußballer und Turner auf Grund höherer Weisung trennen. Die Fußballer nahmen ihren jetzigen Namen Kreuzauer Sportclub 05 an, die Turner ihren alten Namen Turnclub 1889 Kreuzau. Zum Vorsitzenden wurde Josef Robertz gewählt. In diesem Jahr erfolgte erneut die Gründung einer Turnerinnenabteilung. Turnerinnen aus Kreuzau und Niederau zeigten reges Interesse an Turnspielen, Volkstanz und Gymnastik.


Dem Auftreten der Turnerinnen standen im Gegensatz zu früher nunmehr keinerlei Bedenken mehr entgegen.


Im Jahre 1937 starb der Ehrenvorsitzende Konrad Schall. Bis in die letzten Jahre nahm er regen Anteil am Sportgeschehen in seiner Gemeinde. Noch lange stand er dem Verein mit seinem bewährten Rat zur Seite.


Das Jahr 1938 brachte für die deutsche Turnerschaft das letzte bedeutsame Ereignis vor dem Zweiten Weltkrieg: das Deutsche Turnfest in Breslau. Auch der Turnclub war mit den Turnern Peter Baumgarten und Willi Nolden vertreten; sie errangen einen Sieg im Zwölfkampf bzw. einen solchen in der Jugendklasse. In diesem Jahre übernahm Matthias Lüttgen das Amt des 1. Vorsitzenden. Seine Bestrebungen, das turnerische und gesellige Leben im Verein fortzuentwickeln, wurden durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges jäh unterbrochen. Immerhin bestand der Turnclub im Jahre 1939 aus der 1. und 2. Turnriege, der Altersriege sowie der Jugend-, Turnerinnen- und Schwimmabteilung.


Durch den Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1.9.1939 wurde der Turnclub erneut an der Durchführung der Feier eines Jubiläums gehindert; war es 1914 die Feier des 25jährigen Bestehens, so diesmal die Feier des 50jährigen. Viele Turner waren oder wurden Soldat. Zunächst konnte noch ein Turn- und Sportbetrieb in beschränktem Umfang aufrecht erhalten werden, doch auch dieser kam schließlich unter dem Druck der Kriegsverhältnisse völlig zum Erliegen. Ab Herbst 1944 musste Kreuzau wegen Frontnähe von der Zivilbevölkerung geräumt werden. Das Dorf wurde durch Artilleriebeschuss und Tieffliegerbomben sehr stark zerstört. Der ab Frühjahr 1945 zurückkehrenden Bevölkerung bot sich ein Bild des Grauens. Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen waren zerstört, Straßen und Wege unpassierbar, die Häuser Ruinen. Auch die Sportstätten trugen schwerste Schäden davon.


Überall lauerte der Tod durch von der kämpfenden Truppe zurückgelassene Minen und Munition. Täglich waren neue Opfer zu beklagen: Tote und Verletzte. An Sport dachte niemand. Die Bevölkerung hatte alle Hände voll zu tun, um Unterkunft und Nahrung zu finden. Es gab sozusagen Nichts. Die berüchtigte Stunde Null war angebrochen, das Ergebnis einer falschen Politik, auch einer verfehlten Jugend- und Sportpolitik, wurde überall sichtbar.


Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich. Jugend muss alles sein. Das freie, herrliche Raubtier muss erst wieder aus ihren Augen blitzen. Ich werde sie in allen Leibesübungen ausbilden lassen… So kann ich das Neue schaffen“, so Hitler wörtlich über Jugenderziehung und Leibesübungen. Das „Neue“ war fürwahr geschaffen…


Wiederum kehrten 35 Turner aus dem Zweiten Weltkrieg nicht in ihre Heimat zurück.


Jedoch bald machte man sich auch wieder Gedanken über die Frage, was geschehen könne, um in der Bevölkerung das Interesse für den Sport zu wecken. So trafen sich im Jahre 1946 die „alten“ Turner Peter Baumgarten, Josef Braun, Josef Klösgen und Adolf Reiche sen. im Vereinslokal Jakob Vieth bei einem Glas Ersatzbier und beschlossen, Verbindung mit den ehemaligen Turnern aufzunehmen. Eine Möglichkeit zur sportlichen Betätigung bestand noch nicht, da weder Räume, Sportplätze noch Turngeräte zur Verfügung standen. Auf dem Gelände der Gaststätte Vieth fanden sich jedoch einige alte vereinseigene Turngeräte, und zwar Barren, Pferd und Sprungbrett. In Eigenleistung wurden diese Geräte behelfsmäßig hergerichtet. Am 2. Weihnachtsfeiertag 1946 fand im Saale Vieth der erste „Stephanustag“ nach dem Kriege statt. Das Schwergewicht lag auf dem geselligen Sektor, jedoch wurde auch ein kleines Schauturnen veranstaltet. Der Saal war übrigens für die erste Nachkriegskirmes von Kreuzauer jungen Männern in Eigenleistung notdürftig hergerichtet worden. Die Turnveranstaltung fand bei der Bevölkerung großen Anklang, wenn auch jeder Besucher ein Stück Brennholz oder Brikett als „Eintrittsgeld“ mitbringen musste. Die ersten Kontakte zur Bevölkerung waren jedenfalls geknüpft. Der Kreis der interessierten Turner und Turnerinnen wurde immer größer. Bald wurden wieder Mitgliedsbeiträge erhoben, und der Turnclub war wieder da.


Im Jahre 1947 trat der Verein zum ersten Male wieder an die Öffentlichkeit, und zwar mit Handballspielen. Mit viel Mühe und Not konnte ein Handball beschafft werden. So gab es bald eine Herren- und eine Damenmannschaft, schließlich noch eine zweite Herrenmannschaft. Die Organisation lag bei Josef Klösgen, der seit 1946 auch das Amt des 1. Vorsitzenden innehatte. Jeden Sonntagmorgen fand vor der Turnhalle und später auf der Kurt-Hoesch-Kampfbahn ein Wettspiel statt, sei es Punkt-, Pokal- oder Freundschaftsspiel. Unvergessen sind die Pokalspiele gegen Düren 99, Düren 47 und Gürzenich. Die damaligen Zuschauerzahlen wünscht sich heute noch manch hochklassiger Verein. Der Handballsport wurde bis 1958 durchgeführt. Hier muss erwähnt werden, dass um diese Zeit der Feldhandball insgesamt in eine Krise geriet. Es wurde immer mehr auf Kleinfeldern gespielt, schließlich ging man mehr und mehr in die Halle. Die große Zeit des Hallenhandballs hatte begonnen.


Von 1949 bis 1953 war übrigens Matthias Lüttgen erneut 1. Vorsitzender. Bis zu diesem Jahre 1953 hatte sich die Zahl der interessierten Turner und Turnerinnen erneut vergrößert. Zu einer Versammlung aller Mitglieder wurde auf den 12.12.1953 in das Vereinslokal Jakob Vieth eingeladen. Josef Macherey wurde in dieser Versammlung zum Vorsitzenden gewählt. Die Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung waren in Kreuzau zu dieser Zeit noch immer sehr begrenzt, da keine geeigneten Räume zur Verfügung standen. Barren und Reck standen links von der Tribüne auf der Kurt-Hoesch-Kampfbahn. Bei schönem Wetter konnte „etwas“ geturnt werden. Bodenturnen wurde hier auf ein paar alten Matten geübt. Mit Hilfe der Gemeinde konnten einige Medizinbälle angeschafft werden. Vorwiegend wurde Leichtathletik betrieben. Die kleine Leichtathletikgruppe bekam für kurze Zeit Aufschwung durch einige Routiniers aus Minden, die damals bei „Melitta“ in Friedenau beschäftigt waren.


Im Jahre 1955 feierte der Sportclub 05 sein fünfzigjähriges Jubiläum. Auf der Kurt-Hoesch-Kampfbahn fand eine große Sportwoche statt. Der Knüller des Jubiläums war vor 6.000 Zuschauern die Auseinandersetzung 1. FC Köln : Alemannia Aachen (3:1). Fußball war, wie könnte das bei einem Fußballclub anders sein, natürlich Trumpf. Jedenfalls war dieses Ereignis für den Turnclub 1889 Kreuzau Anlass, auch den Turnbetrieb in der Gemeinde weiter zu beleben mit dem Ziel, sich für die Errichtung einer Turnhalle durch die Gemeinde noch intensiver einzusetzen. Konkurrenz fördert bekanntlich das Geschäft, und die Kurt-Hoesch-Kampfbahn war (und ist) bekanntlich Eigentum der Gemeinde.


Wo blieben die Turner? – Jetzt wurden einige alte „Recken“, unter ihnen Josef Braun, Heinrich Uerlings und Josef Weisweiler aktiv. Sie konnten eine größere Anzahl von Jugendlichen und Kindern für den Turnclub gewinnen. Man erinnere sich an Konrad Schall: Es musste wieder eine größere Basis für das Turnen gewonnen werden, denn ohne Turner keine Turnhalle!


In einer Mitgliederversammlung 1955 in der Gaststätte Ferdinand Schöller („Zur Gasuhr“), an der 85 Turner teilnahmen, wurde Josef Macherey als Vorsitzender bestätigt. Neben den Vorstandswahlen war das Hauptthema: Wir brauchen eine neue Turnhalle. Zunächst half der damalige Schulleiter Dr. Meisenheimer aus der größten Not. Er stellte in der Schule an der Schulstraße einen kleinen Klassenraum den Turnern zur Mitbenutzung zur Verfügung. Nun war endlich wieder bei jeder Witterung, wenn auch in beschränktem Umfang, Turnen und Gymnastik möglich.


Das Jahr 1957 war für die Kreuzauer Turner wiederum ein Jahr von Bedeutung. In der Jahreshauptversammlung am 20.1. wurde Matthias Lüttgen erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt, Josef Macherey wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die seit 1955 gehegten Wünsche der Turner im weitesten Sinne wurden erfüllt: Die Gemeinde Kreuzau hatte beschlossen, eine Turn- und Festhalle zu bauen. Nach zweijähriger Bauzeit konnte diese Halle ihrer Bestimmung am 8.6.1957 übergeben werden.


Die neue Halle war für alle Ortsvereine ein gelungener Wurf. Als Turnhalle war sie für damalige Verhältnisse bestens ausgerüstet mit neuzeitlichen, zweckmäßigen Geräten. Sie war für den Turnclub 1889 ein Ansporn, die Leistungen im Turnen und weiteren Sportarten weiter zu entwickeln. Eine große Zahl neuer Mitglieder jeglichen Alters kam in die Turnhalle, um sich unter Anleitung guter Übungsleiter sportlich zu betätigen. Die Zahl der Mitglieder stieg auf über 200 an. Außer Geräteturnen wurde Gymnastik, Volkstanz und Ballspielen durchgeführt. Es gab damals sogar eine Prellballmannschaft.


Der Turnclub 1889 hatte wieder einen Namen. Am 7.7.1957 fand in Kreuzau das Kreis-Kinderturnfest des Turnkreises Düren im Deutschen Turnerbund statt. In der Kurt-Hoesch-Kampfbahn erprobten 600 Kinder unter der Betreuung von 70 Kampfrichtern ihre Leistungen. Anschließend zog ein imposanter Festzug durch die von vielen Zuschauern umsäumten Straßen des Dorfes. Die von Josef Klösgen wiederbeschaffte Vereinsfahne erlebte ihren ersten großen Auftritt nach dem Kriege. Beschlossen wurde die eindrucksvolle Veranstaltung auf grünem, aber auch buntem Rasen im Stadion durch Turnspiele, Staffelläufe, Singen, Volkstänze mit einem Dank an den Veranstalter Turnclub 1889 Kreuzau. Krönender Abschluss des Jahres war das erste Schauturnen in der neuen Halle am 1.12.1957 unter Mitwirkung der Rheinlandriege. Viele Gäste und Zuschauer, insbesondere die Eltern der teilweise erstmals mitwirkenden Kinder und Jugendlichen, konnten sich von der Vielfalt der turnerischen Arbeit überzeugen. Nunmehr wurde regelmäßig Anfang Dezember das Schauturnen in der Turn- und Festhalle durchgeführt. Von dem alten Brauch, das Schauturnen mit Tanz am 2. Weihnachtstage abzuhalten, hatte man bewusst Abstand genommen, um der Familie das Weihnachtsfest zu erhalten. So fand noch lange das Schauturnen alljährlich im Spätherbst statt.


Ab 1958 wurde der Turnclub 1889 „geschichtsbewusst“. Er schickte sich an, am Schluss eines jeden Jahres einen Rückblick in Heftform über das Vereinsgeschehen im abgelaufenen Jahr herauszugeben. Im Rückblick 1961 wird berichtet: Das Schauturnen 1959 war wie auch die vorangegangenen Veranstaltungen 1957 und 1958 ein voller Erfolg. Dank all den eifrigen Turnerinnen und Turnern, die durch ihren Einsatz zum Gelingen dieses Abends beigetragen haben.


Am 21.7.1962 konnte das durch Kriegseinwirkung zerstörte Freibad wieder eröffnet werden. Dieses Ereignis war für den Turnclub Anlass, wieder eine Schwimmabteilung zu gründen. Auf der Jahreshauptversammlung am 27.1.1962 wurde der entsprechende Beschluss gefasst. Am 12. Juli 1962 wurde der Übungsbetrieb mit Gymnastik und Unterweisung in der Schwimmtechnik aufgenommen. Bis zum Ende der Badesaison 1962 stieg die Zahl der Mitglieder der Schwimmabteilung auf 83. Die Gesamtzahl der Mitglieder stieg auf 252 an. Im Jahre 1964 waren es insgesamt 277 Mitglieder. Es wurden folgende Sportarten angeboten: Bodenturnen, Ballspiele, Geräteturnen, Gymnastik, Leichtathletik, Schwimmen, Singen, Trampolinturnen, Turnspiele, Volkstanz, Wandern.


Der langjährige Oberturnwart Heinz Bach wurde im Jahre 1966 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er musste dieses Amt im Jahre 1968 wegen Krankheit aufgeben. Die Mitgliederzahl wuchs ständig und war auf über 300 angestiegen. Nach Heinz Bach übernahm Herbert Becker das Amt des 1. Vorsitzenden. Matthias Lüttgen wurde 1972 Ehrenvorsitzender. Durch den Bau der neuen Sporthalle im Jahre 1974 wurde dem Turnclub die Möglichkeit geboten, weitere Sportarten aufzunehmen. Es wurde nun auch Handball und Volleyball gespielt. Die Zahl der Mitglieder war auf 490 angestiegen. Ihre stetig steigende Zahl machte es erforderlich, den Turnclub in folgende teils selbständige Abteilungen aufzugliedern: Turnen, Gymnastik, Leichtathletik, Schwimmen, Volleyball, Handball.


Über das erste Schauturnen in der neuen Sporthalle berichten die Dürener Nachrichten vom 10.12.1974 u.a.: Ein Bild der steten leistungsmäßigen Aufwärtsentwicklung und einen deutlichen Einblick in die Breitenarbeit boten die rund 250 Aktiven des TC Kreuzau, die am Sonntagnachmittag beim diesjährigen Schauturnen in der Kreuzauer Sporthalle antraten und viel Beifall von den rund 600 Besuchern des Nachmittags erhielten. Überfüllte Übungsstunden sind für die Verantwortlichen des TC Kreuzau ein Zeichen dafür, dass die Gestaltung der Stunden den Vorstellungen der Teilnehmer entspricht.


Am 13. Dezember 1975 konnte das neue Hallenbad in einer Feierstunde den Schwimmern und Badelustigen übergeben werden. Endlich hatte die Schwimmabteilung nunmehr die Möglichkeit, ihre Übungsstunden ganzjährig in Kreuzau durchzuführen. Diese Abteilung wuchs nun sprunghaft, die Gesamtmitgliederzahl betrug 520.


Im Jahre 1977 wurde der Turnclub in das Vereinsregister beim Amtsgericht Düren eingetragen. Seit dieser Zeit trägt der Verein den Namen Turnclub 1889 Kreuzau e.V. Die Zahl der Mitglieder war zwischenzeitlich auf 757 angewachsen.


Nach zehnjähriger Tätigkeit verzichtet Herbert Becker 1978 auf eine Wiederwahl. Zu seinem Nachfolger wurde auf der Jahreshauptversammlung der damalige 2. Vorsitzende Josef Klösgen gewählt. Die Zahl der Mitglieder stieg auf über 800.


Vom 25. August bis 1. September 1979 feierte der Turnclub mit Festkommers, Festhochamt, Schauturnen, Volksschwimmen, Hallenhandball, Volleyball, Volkssport – Leichtathletik, Grillabend, Wiesenfest und Turnerball sein neunzigjähriges Bestehen. Während der Festwoche zeigte sich der Verein wieder einmal von seiner besten Seite. Wenn es sich hier auch nicht um ein echtes Jubiläum handelte, so bestand doch Anlass zum Feiern. Der Verein war zum einen um sein 25- und 50jähriges Jubelfest gebracht worden, zum anderen hatten alle Abteilungen regen Zuspruch, und schließlich waren Mitgliederversammlung und Vorstand der Meinung, diese Festwoche als Probegalopp für das 100jährige Jubelfest durchzuführen. Allein die Turnabteilung war auf über 300 Mitglieder angewachsen. 9 Übungsleiter und 4 Helfer waren rund 1200 Übungsstunden im Turnbetrieb tätig. Die Gymnastikabteilung zählte über 200, die Volleyballabteilung 60, die Schwimmabteilung über 100, die Handballabteilung über 60 und die Leichtathletikabteilung über 40 Mitglieder. Im November des Jahres 1979 erschienen die ersten Vereinsnachrichten des Turnclub 1889 Kreuzau.


Um die vielfältigen Probleme aller Turner und Sportler des Turnclubs besser koordinieren zu können, wurde am 24.5.1983 der Turn- und Sportausschuss gegründet. Weder Gesamtvorstand noch die einzelnen Abteilungsvorstände noch der Jugendausschuss waren allein in der Lage, Fragen der Hallenbelegung, Terminplanungen etc. für alle Aktiven befriedigend zu lösen.


Der Turnclub blieb für weitere Sportarten offen. So bildete sich am 10.1.1986 die Badminton-Abteilung, die inzwischen auf 49 Mitglieder angewachsen ist. Erneut ergaben sich Probleme der Hallenmarkierung und –belegung.


Im Jahre 1987 wurde Berlin 750 Jahre alt. Aus diesem Anlass fand vom 31.5. bis 7.6.1987 das Deutsche Turnfest in der ehemaligen Reichshauptstadt statt. 70.000 Gratulanten des Deutschen Turnerbundes waren erwartet worden, 140.000 kamen. Der Turnclub war mit 37 Aktiven vertreten. Viele beachtliche Siege wurden errungen. Unvergessen bleiben die Eröffnungs- und Schlussveranstaltung im vollbesetzten Olympiastadion. Einer der Höhepunkte war der Festzug durch Berlin mit über 100.000 Turnern und vielen Fahnen.


Trotz seines hohen Alters zeigte sich der Turnclub weiterhin auch für neue Sportarten aufgeschlossen. So begannen unter der Obhut des Clubs im November 1987 in der Sporthalle Ju-Jutsu-Sportler ihre Übungen. Im Januar 1988 wurde Ju-Jutsu die achte Abteilung des Turnclubs. Was ist nun Ju-Jutsu? – Ju-Jutsu, eine Sektion im Deutschen Judo-Bund, ist ein Selbstverteidigungssystem, das Schlag-/Stoßtechniken, Hebel und Würfe in sich äußerst sinnvoll und wirksam vereinigt. Techniken aus Karate, Judo und Aikido verbinden sich im Ju-Jutsu zu einer Selbstverteidigungssportart, mit der man in der Lage ist, sich schon nach einer verhältnismäßig kurzen Zeit sehr wirksam zu verteidigen. Nicht zu kurz kommt beim Ju-Jutsu ein zielgerichtetes körperliches Training. Kondition, Kraft, Schnelligkeit und Reaktionsvermögen werden neben den technischen Fertigkeiten gleichfalls intensiv trainiert. Mittlerweile zählt diese Abteilung bereits 65 Mitglieder mit steigender Tendenz. Die Gesamtmitgliederzahl ist im Jubeljahre 1989 auf über 1000 angewachsen. Allein die Gymnastikabteilung zählt 430 Mitglieder, die Turnabteilung 270. Die sehr rege Jugendabteilung hat 338 Mitglieder.


Nun wird der Turnclub 100 Jahre alt. Er hat die wechselvollen Zeiten vom Kaiserreich bis zur Teilung Deutschlands überlebt. Aus der Idee des Gründer Konrad Schall ist ein Verein mit über 1000 Mitgliedern geworden, die in 8 Abteilungen die verschiedensten Sportarten pflegen. Alles Gute für die Zukunft: Turnclub 1889 Kreuzau e.V.

Zum Jubiläum

Ein kleines Lied soll erklingen,

Ein Danklied dem Turnverein,

Es soll in die Weite dringen,

Umglänzt von goldenem Schein.


Was damals die Ahnen gegründet,

Das stand auf felsigem Grund

Und war mit dem Glück verbündet

Und herrlich wuchs dieser Bund.


Gerundet hat sich der Bogen,

Des Säkulums Zeit ist vorbei,

Still sind die Jahre verflogen,

Doch immer war Treue dabei.


Oft waren friedlos die Stunden

Und Not lag über dem Land,

Doch was uns für immer verbunden,

Das hatte für immer Bestand.


Die Zukunft in nachtdunklen Hüllen

Zeigt niemals ihr wahres Gesicht,

Wir woll´n sie mit Leben erfüllen,

Mit Arbeit, mit Freude und Licht.


Das Glück soll weiter uns halten,

Mag kommen was immer da sei,

Getreu wie gesungen die Alten,

So frisch, fromm, fröhlich und frei!


(von unserem Heimatdichter Tillmann Gottschalk)

Unsere Vereinsfahne

Die Gründerfahne ist wahrscheinlich erst 1898 angeschafft worden, denn in diesem Jahre tritt sie erstmalig bildlich in Erscheinung. Vorher war der Verein vermutlich aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, eine Fahne anzuschaffen. Der erste Fahnenträger war Johann Cremer sen.


In der folgenden Zeit wurde die Fahne auf viele Turnfeste mitgenommen; davon zeugen die zahlreichen Fahnenbänder.


Im Jahre 1946 spielte die Üdinger Fußballmannschaft gegen eine Mannschaft aus Walberberg bei Bonn. Der Umkleideraum in Walberberg war in einer Gaststätte auf der Kegelbahn. Hier hatte ein Spieler aus Üdingen zufällig in einer Ecke eine alte Vereinsfahne gesehen und auf dieser den Namen Kreuzau gelesen. Hierüber wurde Josef Klösgen unterrichtet. Da eine telefonische Verbindung zu dieser Zeit noch nicht möglich war, fuhr Josef Klösgen mit dem gartenschlauchbereiften Fahrrad nach Walberberg, um festzustellen, ob es sich dabei um die verschwundene Kreuzauer Vereinsfahne handelte. Dies war dann tatsächlich der Fall. Auf diesen glücklichen Zufall ist es zurückzuführen, dass die Fahne wieder nach Kreuzau zurückgebracht werden konnte.


Es ist zu vermuten, dass sie von der kämpfenden Truppe der Amerikaner (diese waren in der Kreuzauer Turnhalle untergebracht) für eine militärische Fahne gehalten und daher mitgenommen wurde.


Jetzt fehlte noch der obere Teil des Fahnenstiels mit der Spitze. Dieser wurde dann in Heimarbeit neu gefertigt. Der Turnclub besaß wieder seine alte Fahne. Sie war jedoch durch Kriegseinwirkungen so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sie kaum noch ihrem Zweck entsprechend eingesetzt werden konnte. Auch zeigte sie starke Auflösungserscheinungen. In vielstündiger aufopferungsvoller Handarbeit hat Frau Walli Schuster sie dann wieder so weit hergerichtet, dass sie – wenn auch unter Folie – für die Zukunft erhalten werden konnte.


Im Jahre 1987 anlässlich des Deutschen Turnfestes in Berlin wurde eine neue Vereinsfahne angeschafft, die dann dort ihr erstes Fahnenband erhielt. Die alte Fahne wird jetzt im Archiv des Turnclubs verwahrt.

Die Abteilungen des Turnclubs im Jubiläumsjahr 1989

Turnen

Die Turnabteilung ist die älteste Abteilung des Vereins, aus der sich fast alle anderen Abteilungen entwickelt haben. Aus den anfänglichen Turnriegen für Mädchen, Jungen und Männer (das Frauenturnen war zu dieser Zeit noch verpönt!) haben sich im Laufe der Jahrzehnte verschiedene Gruppen gebildet, die wohl beweisen, dass wir ein fortschrittlicher Verein sind und die Herausforderungen unserer Zeit erkannt haben.


Dabei darf nicht verkannt werden, dass gerade in den letzten 10 Jahren neue, attraktive Sportarten hinzugekommen sind, die sich vielfach als Alternative zum Turnen durchsetzen. Das gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche in der Schul- bzw. Berufsausbildung, deren begrenzte Freizeit es oft nicht zulässt, alle sie interessierenden Möglichkeiten zu nutzen.


Die Turnabteilung hat im Jubiläumsjahr über 300 Mitglieder und ist damit die zweitgrößte Abteilung des Turnclubs. Besonders erfreulich ist die Entwicklung beim „Turnen für Vorschulkinder“. Aber auch das „Turnen für Mutter und Kind“ (Väter sind natürlich auch willkommen!) hat in den letzten Jahren großen Zuspruch gefunden. Sicher haben viele Eltern erkannt, dass gerade im Vorschulalter auf vielfältige Bewegungs- und Erfahrungsmöglichkeiten nicht verzichtet werden sollte; denn Kinder erleben sich und ihre Welt durch Bewegung!


Im Bereich der Breitenarbeit – in der wir unsere Hauptaufgabe sehen – besteht für Mädchen und Jungen aller Altersklassen die Möglichkeit einer sinnvollen körperlichen Betätigung, die neben spielerischem Turnen im Vorschulalter vielfältiges Geräteturnen, gymnastisches Tun und Spiele umfasst.


Selbstverständlich wollen wir aber auch da, wo die Voraussetzungen gegeben sind, den Wettkampf und die Leistung fördern. So besteht seit dem Jahre 1967 eine Leistungsgruppe für Mädchen. Diese Turnerinnen nehmen regelmäßig und mit viel Erfolg an Wettkämpfen im Bereich des Turngaues Düren sowie des Rheinischen Turnerbundes teil.


Alle diese Aktivitäten wären nicht möglich ohne eine ausreichende Anzahl von qualifizierten Übungsleitern und Helfern, die erfreulicherweise immer wieder aus den eigenen Reihen kommen.


7 Übungsleiter und 4 Helfer sind zur Zeit in der Turnabteilung tätig.


Unsere Bemühungen und Ziele haben auch über das „Hundertjährige“ hinaus Gültigkeit; denn wir wollen mehr sein als nur Turngruppen – wir wollen:


- eine gesunde körperliche Entwicklung aller Kinder und Jugendlichen, unter Einbeziehung von Hilfen aus dem musisch-rhythmischen Bereich;

die Förderung vorhandener Talente im Bereich Leistungs- bzw. Kunstturnen, und zwar in vertretbarem Maße;

allen Mitgliedern einen sinnvollen Ausgleich in unserer so hektischen Zeit bieten, der Freude und Entspannung bringt und auch dem weniger talentierten Kind sein Erfolgserlebnis gibt.


Treffend sagte unser Bundespräsident Richard von Weizsäcker zur Eröffnung des 27. Deutschen Turnfestes 1987 in Berlin: „Hier liegt die eigentliche Faszination des Turnens – in der Möglichkeit für jeden einzelnen, seine Leistung und seinen Erfolg mit anderen zu teilen.“

Gymnastik

Nach dem 2. Weltkrieg wurde mit einer Einladung im Jahre 1957 wieder ein spezielles Angebot im Bereich „Frauengymnastik“ gemacht und damit der Grundstein für die heute größte Abteilung des Vereins gelegt.


Mit dem Bau des Sportzentrums 1973 wurden die Möglichkeiten zahlreicher. Heute sind ca. 400 Männer und Frauen Mitglied in der Abteilung. 9 qualifizierte Übungsleiter und Sportlehrer bilden sich durch regelmäßige Teilnahme an Lehrgängen fort.


Die Gymnastik schult unter vereinfachten Bedingungen und Aufgabenstellungen, Grundbewegungsformen wie Gehen, Laufen, Federn, Hüpfen, Springen, Schwingen, aber auch Werfen, Fangen, Ziehen, Schieben, Tragen usw. Dabei stehen die Freude an der Bewegung und der Gesundheitswert im Vordergrund. Aber auch die mitmenschlichen Beziehungen in der Gemeinschaft sind ein wesentlicher sozialer Faktor des Vereins.


Im Bereich Frauengymnastik bestehen z.Zt. 4 Abend- und eine Vormittagsgruppe. Zum Programm gehören Gymnastik mit und ohne Handgerät, Circuittraining, Haltungsschulung, Organ- und Atemschulung, Tanz, große und kleine Spiele. Die Leistungsgruppe Jazzgymnastik und Tanz wurde im Herbst 1988 in eine Grundstufe und eine Aufbaustufe aufgeteilt. Dadurch ist ein schnellerer Trainingserfolg gewährleistet.


Für Männer bestehen Angebote am Montag und Freitag. Stehen montags Gymnastik und Ballspiele auf dem Programm, so sind es freitags Gymnastik und Volleyball für Männer ab 45 Jahre. Die seit 1979 bestehende gemischte Seniorengymnastik erfreut sich großer Beliebtheit.


Die Angebotspalette zeigt, dass Seniorenturnen mehr ist als nur Bewegung, nämlich Gymnastik, Tanzen, Spielen, Wandern, Radfahren, Singen, Plaudern. Im März d. J. wurde eine 2. Gruppe Sport mit Älteren eingerichtet, um dem steigenden Interesse der älteren Generation gerecht zu werden.


Bei der Zweckgymnastik dienen gymnastische Bewegungsabläufe und Übungen als Trainingsgrundlage für andere Sportarten. Unter diesem Thema wird seit 1984 während der Wintermonate ein Kurs Skigymnastik angeboten. Erweitert wurde der Bereich um ein neues Angebot Rückengymnastik, das sehr gut angelaufen ist.


Die Vorzüge unserer Angebote: Sie sind vielseitig – sie machen Spaß und steigern die Lebensfreude – sie dienen der Gesundheit und dem körperlichen Wohlbefinden – sie fördern die Beweglichkeit und kräftigen Herz und Kreislauf – sie bieten einen Ausgleich zum oft einseitigen Alltag, und sie locken aus den eigenen vier Wänden heraus, zu anderen Menschen und zum Verein.


Der Verein bietet Möglichkeiten zur Gemeinsamkeit wie bei den Geselligkeiten, Festen und Feiern im Jahreslauf, den Wanderungen und Fahrten und durch die Kontakte mit Menschen aller gesellschaftlichen Schichten in kleinen und großen Gruppen.

Schwimmen

Die Schwimmabteilung war zwischen den beiden Weltkriegen außerordentlich aktiv. Dazu gehörte auch die Wasserballmannschaft, die im gesamten Köln-Aachener Raum sehr erfolgreich war.


Mit der Eröffnung des Freibades im Jahre 1962 in Kreuzau richtete der Turnclub auch wieder eine Abteilung Schwimmen ein. Geleitet von Turnbruder Josef Roberts trainierten die Schwimmer im Sommer im Freibad, während man im Winter auf ein Hallenbad in Düren zurückgreifen musste. Als dann später in Lendersdorf ein Hallenbad errichtet wurde, konnte im Winter dort trainiert werden. In dieser Zeit stand die Abteilung unter der Leitung von Otto Staib; später wurde hier auch Herbert Urbanski aktiv. Als dann 1974 das Hallenbad in Kreuzau errichtet wurde, konnte die Schwimmabteilung den heute bekannten Trainingsbetrieb aufnehmen.


Zur Zeit ist die Abteilung mit ca. 120 Mitgliedern und meist über 80 Teilnehmern an den Übungsstunden eine sehr lebendige Abteilung. Das Engagement der ausschließlich jungen Übungsleiter und Helfer zahlt sich besonders beim Kinderschwimmen aus. Hier verbucht die Abteilung den größten Zuspruch – ständig wachsende Mitgliederzahlen beweisen dies aufs Neue. Viele unserer Aktiven nehmen mehrmals im Jahr an Wettkämpfen teil. Da wir in Kreuzau aufgrund der örtlichen Gegebenheiten leider keine größeren Wettkämpfe ausrichten können, sind wir ausschließlich auf das Angebot anderer Vereine angewiesen. Der Rheinische Turnerbund (RTB) bietet uns hier jedoch so gute Möglichkeiten, dass die älteren Schwimmer an genügend Wettkämpfen im schwimmerischen Fünfkampf, auf den sie sich in der letzten Zeit spezialisiert haben, teilnehmen können. Auch unsere Kleinsten können erste Wettkampferfahrungen bei speziellen Kinderschwimmfesten sammeln und sind auch meist mit viel Freude dabei.


Unbestrittener Höhepunkt in jedem Jahr sind jedoch unsere Vereins- und Jahrgangsmeisterschaften. Hier ermitteln die Älteren den Vereinsmeister – ein Wanderpokal ist hierbei ausgeschrieben – und die Jüngeren jeweils einen Jahrgangsmeister. Trotz dieser Wettkampfangebote versteht sich die Schwimmabteilung des Turnclubs vorwiegend als Angebot für den Freizeitsportler. Der ungebrochene Zuspruch zeigt uns, dass wir uns damit auf der richtigen Linie befinden.

Volleyball

Kreuzau und Volleyball – eine Verbindung, die vor 16 Jahren eher zufällig entstand, entwickelte sich zu einer zielstrebigen, leistungsfähigen Volleyballabteilung. Diese noch relativ junge Sportart hat in kurzer Zeit einen enormen Popularitätszuwachs erfahren und sich im Sportleben der Gemeinde fest etabliert.


Der Turnclub Kreuzau und Volleyball – in den Anfängen für einige ein Reizthema. Der Turnclub ist heute der Förderer einer ehrgeizigen Volleyballabteilung, die mittlerweile als zuverlässiger, engagierter Partner des Westdeutschen und des Deutschen Volleyballverbandes ihren festen Platz gefunden hat.


Die Vergabe mehrerer Viernationenturniere, einer Deutschen Meisterschaft sowie die Durchführung vieler Lehrgänge und Kadermaßnahmen unterstreichen deutlich die Anerkennung und das Vertrauen, das die Volleyballabteilung bei den großen Fachverbänden genießt.


Diese ständigen Kontakte unserer Abteilung zum Hochleistungssport begünstigen ein Klima, in dem Leistung gedeihen kann und gefördert wird. Die Erfolge unserer Aktiven auf lokaler und überregionaler Ebene dokumentieren sich in einer stattlichen Sammlung von Urkunden und Pokalen.


Im Gegensatz zu den etablierten Mannschaften, die Volleyball als Leistungssport betreiben, wird bei den Jugendlichen die Spielfreude gefördert und in spielerischer Form ein breites Fundament für die spätere Leistungsentwicklung geschaffen. Auf dieser Ebene ist auch unsere Beteiligung am Landesprojekt – Kreuzau als Pilotprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen „Talentsichtung und Talentförderung“ – zu sehen. In enger Zusammenarbeit mit den Schulen und der Gemeinde wird versucht, neue Wege in der Jugendarbeit zu beschreiten.


Damit dieses Engagement für alle unsere Spielerinnen und Spieler nicht zur Sackgasse wird, erfahren sie im erforderlichen Umfang die zu ihrer persönlichen Entwicklung nötige Unterstützung. Somit verlässt unser Konzept der Leistungsentwicklung die traditionellen, rein sportlichen Pfade. Es versucht, gesellschaftliche Entwicklungen einbeziehend, neue Wege, Leistung zu fördern und honorieren.


Die Volleyballabteilung will ein positives, die Zukunft bejahendes Leitbild nicht nur für Sportler sein – sie möchte Hoffnungen wecken und zukunftsbejahende Arbeit leisten. Danken möchten wir allen, die uns in den letzten Jahren so großzügig unterstützt haben und unseren „Modellversuch“ erst ermöglichten.

Handball

In Kreuzau wurde schon vor dem 2. Weltkrieg Handball gespielt. Man kannte zu dieser Zeit allerdings nur Feldhandball. In den 50er und 60er Jahren war unsere Handballmannschaft über die Grenzen des Kreises Düren hinaus bekannt; besonders im Aachener Raum fürchtete man die starken Kreuzauer.


Heute spielt unser Club nur noch Hallenhandball. Diese Möglichkeit verdanken wir der Gemeinde Kreuzau, die im Jahre 1973 eine Dreifach-Sporthalle errichtete.


Zeitweise stellte der Turnclub 1889 Kreuzau drei Senioren- und zwei Jugendmannschaften. Bedingt durch berufliche Veränderungen und das immer breiter werdende sportliche Angebot im Gemeindegebiet ging die Zahl der aktiven Handballspieler immer mehr zurück, so dass heute nur noch eine Mannschaft am Meisterschaftsbetrieb teilnimmt. Trotzdem können wir stolz sein, denn diese Mannschaft ist komplett aus der eigenen Jugend hervorgegangen. Kameradschaft und Geselligkeit werden deshalb auch großgeschrieben. Gemeinsam hoffen wir auf den diesjährigen Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse.

Leichtathletik

Leichtathletik wurde vor dem 2. Weltkrieg im Turnclub Kreuzau sehr stark betrieben. Viele Diplome und Auszeichnungen zeugen von überdurchschnittlichen Leistungen. Leider war das Interesse an der Leichtathletik nach dem Kriege so gering, dass keine Abteilung zustande kam. Daraufhin waren wir bemüht, auch diese schöne Sportart wieder anzubieten.


Die Abteilung konnte nach kurzer Zeit mit 40 Mitgliedern das Training aufnehmen. Ab 1980 wurden viele Wettkämpfe besucht und gute Ergebnisse erzielt.


Unser Training ist heute darauf abgestellt, dass jeder Teilnehmer bei aktiver Mitarbeit die Leistungen zum Erwerb des Sportabzeichens erbringen kann.


Wir hoffen, dass noch recht viele sportlich Interessierte zu uns kommen, um den in der heutigen Zeit notwendigen Ausgleich zu finden.

Ju-Jutsu

Die jüngste Abteilung im Turnclub stellt sich vor:


Ju-Jutsu ist eine neue, moderne Selbstverteidigungs-Sportart. Mitte 1987 nahm der Ju-Jutsu-Danträger Helmut Titz erste Kontakte mit dem Vorstand des Turnclubs auf mit dem Vorschlag, eine Ju-Jutsu-Abteilung zu gründen. Er wolle die Ausbildung übernehmen und die Abteilung leiten. Trotz Mangel an freien Übungsstunden in der Sporthalle sollte der Versuch gemacht werden, diese neue Sportart in das Angebot des Turnclubs aufzunehmen.


Im Herbst 1987 wurde dann nach guter Vorbereitung zu einem ersten Probetraining in die Sporthalle eingeladen. Unerwartet viele Interessenten waren gekommen. Über 80 Männer, Jugendliche – ja, sogar viele Frauen und Mädchen – waren gekommen und wollten diesen Sport ausüben. Dieser gelungene Auftakt war dann ausschlaggebend dafür, dass diese für einen Turnclub nicht gerade klassische Sportart nun weiterhin angeboten werden sollte.


Anfang Januar 1988 wurde die neue Abteilung gegründet. Helmut Titz übernahm das Amt des Abteilungsleiters und ist als Übungsleiter tätig. Er hat noch einen weiteren sachkundigen Übungsleiter dabei, Wolfgang Stümper.


Trotz der zunächst beschränkten Übungsmöglichkeiten waren alle Beteiligten mit großem Elan bei der Sache. Man musste zwar bei einer Vorführung beim Schauturnen 1988 noch auf auswärtige Kräfte zurückgreifen, konnte dann aber schon im Juni und August des gleichen Jahres mit eigenen Kräften an die Öffentlichkeit treten.


Da es beim Ju-Jutsu einer langen und intensiven Trainingszeit bedarf, um bei Wettkämpfen zu bestehen, konnte die neue Abteilung noch nicht an Meisterschaften teilnehmen. Umso erfreulicher ist es, dass der Ju-Jutsu-Sport immer mehr Sportler anzieht. Zur Zeit nehmen über 60 Frauen und Männer regelmäßig am Training teil.


Einen ersten Höhepunkt für die neue Abteilung stellte die im November 1988 durchgeführte Gürtelprüfung dar. Hierbei haben 16 Ju-Jutsuka ihre erste Gürtelprüfung abgelegt und bestanden.


Die größte Veranstaltung für die Abteilung ist aber die Ausrichtung der Landesmeisterschaften, die der nordrhein-westfälische Ju-Jutsu-Verband an den Turnclub vergeben hat. Die Meisterschaften werden im Rahmen des Jubiläums zum hundertjährigen Bestehen des Turnclubs am 25. Mai 1989 durchgeführt. Es ist dies die erste Ju-Jutsu-Großveranstaltung im Raume Düren-Jülich.


Auch für die Zukunft dürfte die Abteilung ihren Platz im Turnclub haben. Zur Zeit ist eine Kindergruppe im Aufbau, die den nötigen Nachwuchs stellt.

Badminton

Bereits lange vor der Entstehung des Begriffes „Badminton“ gab es Rückschlagspiele, die dem heutigen Federball ähnelten. Auf Abbildungen adliger Freizeitvergnügen des 17. Jahrhunderts finden sich bereits Federballszenen. Ebenso gab es Rückschlagspiele mit gefiederten Bällen in Hochkulturen Mittel- und Südamerikas, aus denen sich z.B. auch das Indiacaspiel ableitet.


Das Federballspiel wurde durch die Briten aus Indien nach Europa geholt, wo das höfische Spiel jedoch wieder in Vergessenheit geriet.


Den Namen hat der Wettkampfsport Badminton deshalb von dem in der Grafschaft Gloucestershire gelegenen Landsitz „Badminton House“ des Duke of Beaufort erhalten, wo es als „Mitbringsel“ aus den asiatischen Kolonien gespielt wurde und von wo seine Verbreitung auf der ganzen Welt ausging.


Schon 1889 – also genau vor 100 Jahren – fanden die ersten „All England Championships“ statt, die unter den Badmintonanhängern den gleichen Stellenwert haben wie das Turnier von Wimbledon für die Tennisfreunde.


Erst nach dem 2. Weltkrieg verbreitete sich Badminton weltweit. Heute gehören dem IBF (Internationale Badminton Federation) etwa 60 Verbände aller Kontinente an.


In der Bundesrepublik Deutschland waren es zunächst britische Besatzungssoldaten und aus Großbritannien zurückkehrende deutsche Kriegsgefangene, die dieses Spiel betrieben. Mit der Ausrichtung der ersten nationalen Titelkämpfe wurde 1953 in Wiesbaden der Deutsche Badminton-Verband aus der Taufe gehoben.


Mit Beginn der Europameisterschaft Ende der 60er Jahre spielten sich deutsche Spielerinnen und Spieler des DBV an die europäische Spitze.


Unsere Badminton-Abteilung wurde Anfang Januar 1986 gegründet. Von zunächst 42 aktiven Spielerinnen und Spielern blieben dann – nach etwa einem Jahr – noch ca. 30 übrig, aus denen sich unsere 1. Mannschaft bildete, die mit Beginn der Spielzeit an der Meisterschaftsrunde teilnahm. Im 2. Jahr des Bestehens war unsere Mitgliederzahl wieder auf über 50 angewachsen, die dem schnellen Spiel mit dem nur 5 Gramm leichten Ball nachgehen.

Jugend-Ausschuss

Die Jugendarbeit gehörte früher wie heute zu den wichtigsten Aufgaben im Turnclub.


In der Zeit von 1930 bis zum 2. Weltkrieg war Hans Krudwig Jugendwart. Unter seiner Leitung entwickelte sich eine starke Jugend im Verein. Nach dem Kriege waren Schüler und Jugendliche zwar sehr zahlreich im Turnclub vertreten, doch gab es keinen Jugendausschuss. Das änderte sich erst 1983. Martina Kirfel und Josef Ruland gründeten den Jugendausschuss und waren auch Jugendwartin und Jugendwart. Heute sind alle Abteilungen des Vereins im Jugendausschuss vertreten. Ziel des Ausschusses ist die Aktivierung der Jugendarbeit. Hierzu gibt der Vorstand des Turnclubs jede erforderliche Hilfe, so dass wir heute von einer erfreulich guten Jugendarbeit sprechen können.


Nach dem Grundsatz: Jugend soll von Jugend geführt werden – konnten dann 1986 Karin Kleu und Jürgen Ruland als Jugendwartin und Jugendwart gewonnen werden. Beide sind seit dieser Zeit im Einsatz.


Außer turnerischen Aktivitäten sind unsere Wochenendfahrten für Kinder und Jugendliche schon zur Tradition geworden. Die Jugendherbergen in Monschau, Rurberg und Bad Münstereifel sind schon öfter angelaufen worden. Die Größeren freuen sich jedes Jahr auf ein Wochenende im Heinrich-Contzen-Haus in Schmidt. Zum ersten Mal wurde nun auch im Sommer 1988 ein Zeltlager im Vossenack durchgeführt. Die alljährlich stattfindende Götzwanderung am Christi-Himmelfahrtstag wird ebenso gerne angenommen wie das gemeinsame Schlittschuhlaufen auf der Eisbahn in Eschweiler, welches am Buß- und Bettag durchgeführt wird.


Eine gute Jugendarbeit ist die beste Grundlage für das Fortbestehen eines Vereins. Wir wissen das und handeln danach.

Turnclub 1889
Kreuzau e.V.